Zukunft der Landwirtschaft: Diskussion mit Jugendlichen
vorne li. Landwirt Horst Körkel und Landtagskandidatin Ann-Kathrin Stulz.
Durbach - Nicht nur Wirtschafts- und soziale Themen hat die FDP für die anstehenden Landtagswahlen auf der Agenda, sondern auch die Zukunft der heimischen Landwirtschaft. Dies stellte der Stammtisch der Jungen Liberalen Ortenau am Dienstagabend unter Beweis.
Für die 23-jährige Landtagskandidatin für den Wahlkreis Offenburg, Ann-Kathrin Stulz, war der Termin in Durbach ein echtes Heimspiel. Die gebürtige Oppenauerin lebt seit ihrer Grundschulzeit in Durbach und absolvierte ihr letztes Grundschuljahr an der dortigen Staufenberg-Schule. Passend zum goldenen Weinort zog das Thema des Abends nicht nur aktive Junge Liberale an, sondern lockte auch zahlreiche interessierte Jugendliche und junge Erwachsene aus der Ortenau an.
Insgesamt konnte die amtierende Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen rund 25 Teilnehmer, darunter einige Erstwähler, begrüßen.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Bericht des langjährigen FDP-Mitglieds und Landwirts Horst Körkel, der praxisnah aus dem Alltag berichtete. In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass die Winzer und Landwirte in Baden-Württemberg dringend faire Wettbewerbsbedingungen statt planloser Sonderwege benötigen.
Scharf kritisiert wurde in diesem Zusammenhang der baden-württembergische Sonderweg beim Pflanzenschutz durch das Biodiversitätsstärkungsgesetz, welches über bestehendes EU- und Bundesrecht hinausgeht. Dies führe zu deutlich strengeren Regeln als in den Nachbarbundesländern wie Bayern oder Hessen und stelle einen massiven Wettbewerbsnachteil für die heimischen Sonderkulturen im Wein- und Obstbau dar. Die FDP fordert daher, dass der Pflanzenschutz rein wissenschaftsbasiert und nicht ideologisch geregelt werden darf.
Wenn ein Mittel auf EU-Ebene zugelassen ist, dürfe es nicht durch Landeswillkür verboten werden, um den Betrieben die notwendige Planungssicherheit zu garantieren. Statt auf Verbote müsse die Politik auf Innovation setzen. Digitale Technologien, präzise Ausbringungsmethoden und moderne Verfahren könnten Umwelt und Ertrag gleichermaßen schützen. Wer den Landwirten bewährte Werkzeuge nehme, gefährde letztlich die Ernte.
Flankiert werden diese Forderungen von einem klaren Ruf nach Bürokratieabbau. Die Liberalen sprechen sich gegen das sogenannte „Gold Plating“, also die Verschärfung von EU-Vorgaben auf Landesebene aus und fordern die Abschaffung von Meldepflichten für Kleinbetriebe. Zudem sollen Gesetze künftig mit Sunset-Klauseln versehen werden, damit sich Vorschriften nicht immer weiter aufschichten.
Das Fazit des Durbacher Stammtischs war eindeutig: Baden-Württemberg braucht weniger Bevormundung und deutlich mehr Vertrauen in seine Landwirte, um die Zukunft der heimischen Kulturlandschaft dauerhaft zu sichern.