Technologieoffenheit als Zukunftsmotor: FDP-Politiker im Dialog mit der Hochschule Offenburg
Prof. Dr. Stephan Trahasch, Ann-Kathrin Stulz und Dr. Timm Kern (3. bis 5. von links) mit WLRI-Mitarbeitenden. ©Hochschule Offenburg, Alexander Weigand
Offenburg, 5. Dezember 2026 - Technologieoffene Hochschulpolitik ist Zukunftspolitik. Unter diesem Leitgedanken stand der jüngste Besuch des baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern und der Offenburger FDP-Landtagskandidatin Ann-Kathrin Stulz an der Hochschule Offenburg.
Gemeinsam mit Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch diskutierten die liberalen Politiker intensiv über die Perspektiven der angewandten Wissenschaften, den wachsenden Fachkräftemangel und die entscheidende Rolle der akademischen Bildung für den Industriestandort Baden-Württemberg. Gerade in einer wirtschaftsstarken Region wie der Ortenau, die durch einen hochinnovativen Mittelstand geprägt ist, bildet der direkte Wissenstransfer zwischen Hochschule und lokaler Wirtschaft das Rückgrat der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit.
Wenn gut ausgebildete Ingenieure und Entwickler fehlen, geraten nicht nur einzelne Betriebe, sondern der gesamte Standort unter Druck. Rektor Trahasch machte bei dem Treffen deutlich, wie unverzichtbar starke und innovative Hochschulen für die Region sind, wies jedoch auch auf die massiven Hürden hin, die diese Entwicklung aktuell bremsen.
Dazu zählen neben einer akuten Flächenknappheit und einem erheblichen Sanierungsstau auf dem Campus auch die hohen Gebühren für internationale Studierende. Diese finanziellen Hürden erschweren den dringend nötigen Zuzug von Talenten aus dem Ausland. Zudem beobachte man an den Hochschulen mit Sorge eine gesamtgesellschaftlich zunehmend technikskeptische Atmosphäre, der man mit Aufklärung und Begeisterung für Fortschritt begegnen müsse. Dr. Timm Kern betonte in diesem Zusammenhang die politische Verantwortung des Landes. Starke Hochschulen seien ein unverzichtbarer Motor für Innovation und die Gewinnung von Fachkräften.
Er forderte nachdrücklich, dass die Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei der staatlichen Forschungsförderung nicht länger hinter den klassischen Universitäten zurückstehen dürften. Beide Säulen der akademischen Ausbildung seien für das Land gleich wichtig und müssten entsprechend ausgestattet werden.
Bei einer anschließenden Besichtigung des Campus West konnten sich die Gäste ein Bild von der praktischen Umsetzung dieser Innovationskraft machen. Der Rundgang umfasste unter anderem die hochmodernen Bereiche für Robotik und Künstliche Intelligenz sowie das in der Region einzigartige S1-Labor. Hier zeigte sich das enorme Potenzial, das an der Offenburger Einrichtung für die Technologien von morgen entsteht.
Für Ann-Kathrin Stulz und die FDP Ortenau leitet sich aus dem Besuch ein klarer politischer Auftrag ab. Es brauche eine konsequente Technologieoffenheit, spürbar bessere Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung sowie eine gezielte finanzielle Förderung der Hochschulstandorte abseits der großen Ballungszentren.
Nur durch solche Investitionen in kluge Köpfe und moderne Infrastruktur könne sichergestellt werden, dass die Innovationskraft in der Ortenau gehalten wird und in Zukunft weiter wächst.