Sicherheit im Ernstfall: FDP-Ortenau & Nico Weinmann fordern modernen Bevölkerungsschutz
Landtagskandidat Udo Zahn und FDP-Landtagskandidat Nico Weinmann zum Bevölkerungsschutz.
Kappel-Grafenhausen - Sicherheit im Ernstfall beginnt lange vor der eigentlichen Krise. Unter dieser Prämisse lud die FDP-Ortenau zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema Bevölkerungsschutz in das Restaurant Schiff nach Kappel-Grafenhausen ein.
Neben dem Lahrer FDP-Landtagskandidaten Udo Zahn und dem Landtagsabgeordneten Nico Weinmann, Sprecher für Bevölkerungsschutz der FDP/DVP-Fraktion, lieferte der THW-Ortsbeauftragte Mirko Henkel wichtige Einblicke aus der Praxis. Nach der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Johannes Baier stellte sich Udo Zahn vor. Der 47-jährige Meister für Parkett- und Fußbodentechnik steht für einen praxisnahen Ansatz und betonte, keine Politik aus der reinen Theorie heraus machen zu wollen, sondern sich für funktionierende Lösungen einzusetzen.
Mirko Henkel verdeutlichte in seinem Beitrag, dass das Technische Hilfswerk als Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes massiv vom ehrenamtlichen Engagement abhänge und warb dafür, Verantwortung zu übernehmen.
Nico Weinmann knüpfte daran an und lobte die erreichte Helfergleichstellung im Landeskatastrophenschutzgesetz. Zugleich warnte er vor Illusionen: Bei Großlagen müsse jeder Einzelne durch eigene Vorratshaltung und grundlegendes Hilfswissen einen Beitrag leisten. Zudem forderte Weinmann einen besseren Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie, Verkehrswege, Lebensmittel und Medikamente vor Unfällen, Sabotage und Terrorismus. Udo Zahn präsentierte konkrete Forderungen aus dem liberalen Wahlprogramm.
Es brauche ein modernes Rettungsdienstgesetz mit verlässlichen Hilfsfristen, ein landesweit einheitliches System für Ersthelfer-Apps sowie mehr Investitionen in Wachen, Fahrzeuge und digitale Technik. Auch Fehler der Vergangenheit müssten korrigiert werden, etwa durch den erneuten Ausbau des teilweise abgebauten Sirenennetzes in Kombination mit Cell-Broadcast, um die Bevölkerung selbst bei Stromausfällen zuverlässig zu warnen.
Mit Blick auf die wachsende Waldbrandgefahr im Waldland Baden-Württemberg sei überdies ein spezialisiertes Luftlöschkonzept erforderlich. Um die medizinische Versorgung in der Fläche dauerhaft zu sichern, forderte die FDP zudem nachdrücklich den Neubau der Luftrettungsstation in Lahr.
Am Ende des Abends stand für die Liberalen das Fazit fest: Bevölkerungsschutz ist eine Kernaufgabe des Staates, die starke Ehrenamtsstrukturen, moderne Technik und echte Weitsicht statt bloßen Aktionismus erfordert.