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Lindner zu Gast in der Ortenau - Wahlkampf in Offenburg

Wahlkampf-Auftakt in der Ortenau: FDP fordert Bürokratie-Stopp und Entlastung für den Mittelstand

Rund 800 Bürgerinnen und Bürger füllten am Mittwochabend die Abtsberghalle. Beim mit Spannung erwarteten Auftritt von FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner standen ein radikaler Bürokratieabbau, die Stärkung des Handwerks sowie eine geordnete Migrationspolitik im Fokus.
Auch die regionalen Bundestagskandidaten stellten ihre Schwerpunkte vor.

Christian Lindner in Offenburg

Offenburg, 5. Februar 2025 - Das Interesse an liberaler Politik in der Region ist hoch: Weit mehr Besucher als im Vorfeld angemeldet strömten am Mittwochabend zur öffentlichen Wahlkampfveranstaltung der FDP in den Offenburger Stadtteil Zell-Weierbach. 

Der FDP-Kreisvorsitzende Johannes Baier und der amtierende Bundestagsabgeordnete Martin Gassner-Herz zeigten sich begeistert über den enormen Zuspruch in der vollen Abtsberghalle. 

Als Hauptredner des Abends sprach der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner über eine Stunde lang vor den rund 800 Zuhörern. Das beherrschende Thema des Abends war der drängende Bürokratieabbau. Besonders der Mittelstand und das Handwerk leiden nach Ansicht der Liberalen unter der Flut an Vorschriften. 

Lindners konkreter Vorschlag: Ein Bürokratie-Sabbatical. Deutschland solle für ein Jahr lang auf neue und viele bestehende Vorschriften verzichten. Erst im Anschluss solle evaluiert werden, ob diese Regeln in der Praxis tatsächlich vermisst wurden. In seiner frei gehaltenen Rede skizzierte Lindner die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Leitlinien der FDP für die Bundestagswahl. 

Er kritisierte die staatliche Subventionspolitik scharf. Investitionsentscheidungen gehörten in die Hände derer, die mit ihrem eigenen Geld haften. Politiker setzen Ihr Geld ein und haften nie, so der FDP-Chef. Leistung müsse sich für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen lohnen, um den Lebensstandard im Land zu sichern. 

Beim Thema Migration betonte Lindner, dass Deutschland weltoffen und tolerant bleiben müsse, auch um dem Fachkräftemangel in einer alternden Gesellschaft zu begegnen. Abschottung sei für die FDP keine Option. Dennoch forderte er mehr Kontrolle und Konsequenz. 

Der Rechtsstaat müsse seine Gesetze wieder spürbar durchsetzen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss er kategorisch aus. 

Zuvor hatten sich die drei Bundestagskandidaten der regionalen Wahlkreise präsentiert, für die der Bürokratieabbau ebenfalls das zentrale Thema des Abends war. 

Neben Eileen Lerche für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr und Mark Hohensee für den Wahlkreis Schwarzwald-Baar sprach auch Martin Gassner-Herz für den Wahlkreis Offenburg. Der 39-Jährige, der bereits seit 2021 im Bundestag sitzt, warb für ein Kinder-Chancen-Portal. Damit sollen Kinder aus sozial benachteiligten Familien unkompliziert an Vereine vermittelt werden, um ihre Talente frühzeitig zu fördern. 

Zudem setzt er sich für die Unterstützung von Familien mit unerfülltem Kinderwunsch ein. Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl gab sich Lindner kämpferisch. Zwar deute vieles auf einen Kanzlerwechsel hin, entscheidend sei jedoch, wer die künftige Regierung mitgestalte. 

Ein echter Politikwechsel hin zu mehr wirtschaftlicher Freiheit und weniger staatlicher Regulierung sei nur mit einer starken FDP im nächsten Bundestag machbar.