Besuch bei Mosolf: Liberale fordern mehr Standardisierung bei Einsatzfahrzeugen
v.l.n.r. Bereichsleiter Carsten Busam, Kreisvorsitzender Johannes Baier, FDP-Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Erik Schweickert, Landtagskandidaten Udo Zahn (WK-Lahr) und Sanja Tömmes (WK-Kehl).
Kippenheim - Die FDP Ortenau war am Freitag zu Gast bei der Mosolf Special Vehicles GmbH in Kippenheim. Das Unternehmen ist auf den Ausbau von Sonder- und Einsatzfahrzeugen für Polizei, innere Sicherheit, Zivil- und Katastrophenschutz spezialisiert.
An dem Austausch nahmen der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Erik Schweickert, der Lahrer FDP-Landtagskandidat Udo Zahn, die Kehler Kandidatin Sanja Tömmes sowie der Kreisvorsitzende Johannes Baier teil. Empfangen wurde die Delegation von Carsten Busam, Bereichsleiter für Projektierung und Entwicklung.
Ein Schwerpunkt des Besuchs war die Ausstattung von Polizeifahrzeugen, bei der trotz bestehender Rahmenverträge teils erhebliche Kostenunterschiede durch abweichende Ausstattungen in den Bundesländern deutlich wurden. Dr. Erik Schweickert machte an diesem Beispiel auf die gänzlich fehlende Standardisierung im Bereich der Feuerwehrfahrzeuge aufmerksam. Er forderte, die Beschaffung intelligenter zu standardisieren, um Kosten zu senken und Kommunen zu entlasten.
Die FDP wolle verbindliche Musterlösungen erarbeiten und Förderrichtlinien so anpassen, dass Serienlösungen statt teurer Einzelanfertigungen den Vorrang haben. Zudem sollen die Einnahmen aus der Feuerschutzsteuer künftig vollständig bei den Feuerwehren vor Ort ankommen.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Politiker von den additiven Fertigungsmöglichkeiten des Unternehmens, das bereits komplette Heckregalsysteme im 3D-Druck herstellt. Schweickert betonte, dass 3D-Druck längst ein echter Wettbewerbsfaktor sei, um mit leichten Bauteilen Reichweite und Zuladung zu verbessern.
Kritisch diskutiert wurde hingegen, dass renommierte deutsche Automobilhersteller bei neuen Modellen zunehmend Ausstattungsmerkmale streichen, die für den Sonderfahrzeugbau zwingend notwendig sind. Udo Zahn berichtete aus seinem Familienbetrieb, dass auch Standardfahrzeuge für Fahrschulen kaum noch umrüstbar seien, eine Lücke, die nun chinesische Hersteller massiv für ihren Markteintritt nutzten.
Dies sei ein hausgemachtes Problem der Autobranche, das man sich im Autoland Baden-Württemberg nicht leisten könne.
Zum Abschluss zog Johannes Baier ein positives Fazit und lobte das Unternehmen stellvertretend für den innovativen Mittelstand in der Ortenau, der die wichtige Arbeit der Sicherheits- und Rettungskräfte durch moderne Technik vor Ort überhaupt erst möglich mache.