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Appetit auf Wirtschaft: FDP diskutiert über liberale Rezepte für neuen Aufschwung

Wirtschaftspolitik trifft auf Kulinarik: Bei der FDP-Veranstaltung „Appetit auf Wirtschaft“ im Acherner Küchenstudio ging es um die entscheidenden Zutaten für wirtschaftlichen Erfolg. Während eines veganen Live-Cookings diskutierten Gastgeber Simon Zimmer, der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert und die Ortenauer Landtagskandidaten darüber, wie der Mittelstand durch konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Bauverfahren und eine moderne Verwaltung wieder gestärkt werden kann.

v.l.n.r. Prof. Dr. Erik Schweickert MdL, Landtagskandidatinnen Ann-Kathrin Stulz (WK Offenburg) und Sanja Tömmes (WK Kehl), Köchin Michaela Merz, Landtagskandidat Udo Zahn (WK Lahr), FDP-Kreisvorsitzender Johannes Baier. Foto: Hakan Akin

Achern, 17. November 2025 - Volles Haus, gute Gespräche und klare Perspektiven gab es bei der Veranstaltung Appetit auf Wirtschaft im Küchenstudio Küchen Baum in Achern. Bei dem Termin trafen kulinarische Kreativität und wirtschaftspolitischer Klartext aufeinander. Gastgeber und Geschäftsführer Simon Zimmer gab offene Einblicke in sein Unternehmen und die Branche, während Prof. Dr. Erik Schweickert, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, das politische Rezept für einen besseren Wirtschaftsaufschwung skizzierte. 

Begleitet wurde der Abend von einem veganen Live-Cooking der Köchin Michaela Merz. Zimmer schilderte die aktuell angespannte Lage: Das niedrige Bauvolumen der letzten Jahre habe den Küchenmarkt spürbar belastet, denn ohne Neubauten gebe es auch keine neuen Küchen. Für das Jahr 2026 erwarte er jedoch eine leichte Erholung, da die Baubranche langsam anziehe. 

Sein Unternehmen sehe er durch zwei Standbeine und eine starke Position im französischen Markt robust aufgestellt. Als zentrale Herausforderungen nannte der Unternehmer die wachsende Bürokratie und forderte, dem Wohnungsmangel durch schnelleres und günstigeres Bauen mit weniger Vorschriften zu begegnen. 

In drei kompakten Impulsen übertrug der Landtagsabgeordnete Erik Schweickert die Lage der Wirtschaft passend auf die Küche. Ein gutes Rezept könne nur mit den richtigen Zutaten gelingen, was für die Wirtschaft die entsprechenden Standortfaktoren seien. Energiepreise, Flächen, schnelles Tempo bei Genehmigungen und die digitale Infrastruktur entschieden maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit. 

Schweickert forderte eine radikale Verwaltungsreform mit einem konsequenten Once-Only-Prinzip, bei dem der Staat Daten nur noch einmal abfragen darf. Zudem schlug er vor, die Verwaltungsebenen im Land von fünf auf drei zu reduzieren, Regierungsbezirke abzuschaffen und die Landesbauordnung testweise in ausgewählten Kommunen auszusetzen. 

Dem Fachkräftemangel müsse mit einem modernen System begegnet werden, das gezielt die Einwanderung in den Arbeitsmarkt und nicht in die sozialen Sicherungssysteme steuere. Unter den Gästen waren auch die drei Ortenauer Landtagskandidaten Sanja Tömmes, Ann-Kathrin Stulz und Udo Zahn. 

Die Kehler Kandidatin Sanja Tömmes betonte, dass Bürokratieabbau kein Selbstzweck, sondern harte Standortpolitik sei. Betrieben müsse durch einfachere Verfahren und digitale Verwaltung wieder mehr Zeit zurückgegeben werden. Zudem hob sie hervor, dass eine verlässliche Kinderbetreuung essenzielle Wirtschaftspolitik sei, um Fachkräfte im Land zu halten und den Mittelstand sowie Familien gleichermaßen zu stärken.